Tischlerhandwerk: Entwicklung der Branche

Entwicklung der Branche wird als positiv angesehen
Entwicklung der Branche wird als positiv angesehen © kiamedia by stock.xchng

Wirklich brauchbare Studien über die Entwicklung der Branche waren vor nicht allzu langer Zeit noch Mangelware im Tischlerhandwerk. Weiter verwunderlich ist dieser Umstand nicht. Ist das Handwerk doch überwiegend von kleinen und mittelständischen Betrieben besetzt. Daten über die Entwicklung der Branche zu erfassen, strukturiert darzustellen und zu interpretieren, wie sich die ändernden Rahmenbedingungen auf die Vielzahl an Betrieben und Geschäftsmodellen auswirkt, ist mit großem Arbeitsaufwand verbunden.

Umso positiver war die Resonanz des Handwerks als im Jahr 2004 eine breit angelegte Studie von ProWood erschien. Die Studie beschäftigte sich mit dem Strukturwandel in der Branche. Mit statistischen Methoden konnte hier erstmals verdeutlicht werden, wie kleine Tischler- und Schreinereien zunehmend durch die wachsende Konkurrenz mit Industrie- und Montagebetrieben unter Druck geraten.

Nach mittlerweile 6 Jahren erscheint nun die zweite ProWood – Studie “Untersuchung zur Situation und zukünftigen Entwicklung im Tischlerhandwerk“, die sich mit der Entwicklung der Branche befasst. Gegenstand der Untersuchung ist eine umfassende Befragung von 500 Betrieben des Tischlerhandwerks von Anfang Oktober 2009 bis Ende Februar 2010. Zu den Ergebnissen der Befragung wurden weitere Branchendaten hinzugezogen, um ein umfassendes Bild des Handwerks zu bekommen.

Entwicklung der Branche gekennzeichnet durch fortschreitende Konzentration

Ein wesentlicher Punkt der Erhebungen war die Erfassung des aktuellen Geschäftsklimas. Wie auch in anderen Branchen zeigt sich hier, dass die Wirtschaftskrise überwunden ist. So bewerten 42 Prozent der befragten Betriebe ihre Situation als positiv. Immerhin 47 Prozent der Befragten sprechen von einer „befriedigenden“ Geschäftslage und nur 12 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als negativ.

Überwiegend positiv wird auch die aktuelle Auftragslage bewertet. So klagen nur 10 Prozent der Unternehmen über eine ausbleibende Nachfrage. Die überwiegende Mehrheit bewertet die Auftragslage als gut bis befriedigend. Und auch was die Entwicklung der Branche angeht, sind die Betriebe positiv eingestellt. So rechnet nur etwa jeder siebte Betrieb mit einer schlechten Entwicklung der Geschäfte in 2010.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist, dass der Strukturwandel im Tischlerhandwerk weiter voranschreitet. Im Mittelpunkt der Entwicklung der Branche steht ein intensiver Konzentrationsprozess. Besonders Betriebe der Größenordnungen von 10 bis 20 Beschäftigten und solche mit über 20 Mitarbeitern haben ihre Marktstellung weiter ausgebaut. Schon jetzt erwirtschaften die Mittelständler über 65 Prozent der Branchenumsätze. Ein Verlangsamung der Entwicklung ist nicht abzusehen. So tätigen mittelständische Betriebe beispielsweise rund 73 Prozent der Maschineninvestitionen in der Branche.

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