Strukturwandel im Tischlergewerbe setzt Variabilität voraus

Der Strukturwandel in Deutschland ist in den letzten Jahren eines der am häufigsten behandelten Themen in Zeitungen und Nachrichten. Die Globalisierung schreitet im Zuge sich ständig verbessernder Kommunikations- und Transporttechnologien ständig voran und macht dabei althergebrachte Geschäftsmodelle und -strategien obsolet. Gleichzeitig ist auch die Geschwindigkeit, in der Wissen in den einzelnen Branchen diffundiert, in erheblichem Maße gestiegen.

Die Wirtschaftswelt ist durch wiederholten Strukturwandel schnelllebiger geworden, mit der Folge, dass Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle nicht ständig hinterfragen und gegebenenfalls neu ausrichten, aus dem Markt ausscheiden. Nicht nur Großindustrien sind von diesen Entwicklungen betroffen, auch das Tischlerhandwerk befinden sich seit Jahren schon in einem umfassenden Wandlungsprozess. Wie in anderen Branchen reagieren auch Tischler mit einer Änderung ihrer Geschäftsstrategien auf den Strukturwandel in ihrer Branche. Die Stiftung „Pro Wood“ befragte nun Tischlerbetriebe in Deutschland darüber, welche Maßnahmen sie ergreifen, um ihre wirtschaftliche Existenz auch in Zukunft zu sichern.

Strategien im Strukturwandel

Wie die Umfrage ergab, beschäftigen sich vier von fünf Tischlern mit einer Änderung ihrer Geschäftsstrategie in den kommenden Jahren. Quantitative Strategien wie die Erweiterung des Leistungsangebots oder der angebotenen Produktpalette werden nach der Erhebung von etwa 43 Prozent der Tischler fest für die kommenden fünf Jahre eingeplant. Immerhin acht Prozent der Befragten ziehen die Möglichkeit einer Erweiterung ihres Leistungsspektrums in Betracht.

Deutlich beliebter war nach den Auskünften der Tischler eine Spezialisierung ihres Unternehmens bei Verkaufs- und Beratungsleistungen. Mit rund 55 Prozent gaben mehr als die Hälfte aller Tischler an, ihr Unternehmen in Zukunft weiter spezialisieren zu wollen und annähernd 30 Prozent ziehen eine Spezialisierung in Erwägung. Spezialisierungen von Beratungsleistungen sind ein Phänomen, das auch in Unternehmen anderer Branchen in den letzten Jahren immer häufiger aufgetreten ist. Begründet wird dieser Trend hauptsächlich mit dem Aufkommen des Internets. Moderne Kunden sind heute oftmals durch Foren oder Fachseiten vorinformiert und treten mit konkreteren Vorstellungen in Verkaufsgespräche ein.

Neben geplanten Erweiterungen des Produktangebots und Spezialisierung von Beratungsleistungen wird auch die Intensivierung der Marketingaktivitäten von vielen Unternehmern angepeilt. So planen etwa 45 Prozent der Befragten in den nächsten Jahren, ihre Ausgaben für Werbemaßnahmen zu vergrößern. Etwa jeder Vierte zieht die Möglichkeit in Betracht, will sich aber noch nicht festlegen.

Weitere genannte Strategien der Tischler im Strukturwandel der Branche, sind vor allem Maschinen – Investitionen (33 Prozent) und eine häufigere Inanspruchnahme vorgefertigter Halbwaren (31 Prozent).

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