Holzarten: Anwendung nach Kriterien

1. November 2010 0 By admin
Holzarten

Die Verwendbarkeit von Holzarten sind durch zahlreiche Faktoren reglementiert © Corinne Schwarz by flickr.com

Die Bestimmung der richtigen Holzarten ist eine Grundvoraussetzung für eine jede gute Tischlerarbeit. Auch die beste Bearbeitung, der fachkundigste Umgang mit dem Material und die neusten Techniken und Werkzeuge helfen nicht, wenn zu Beginn der Arbeiten das falsche Material gewählt wurde. Die Wahl des falschen Holzes ist eine ärgerliche Angelegenheit und kann schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen, insbesondere für kleinere Tischlerbetriebe haben. So geht durch die anfängliche Fehlentscheidung nicht nur das Material, sondern auch wertvolle Arbeitszeit und eventuell auch der Kunde, infolge der Verspätung, verloren.

Die Holzarten, die für die Anfertigung von Werkstücken in der Holz verarbeitenden Industrie und im Tischlergewerbe verwendet werden, weisen bezüglich verschiedener Eigenschaften erhebliche Unterschiede auf.

Holzarten: Unterscheidungskriterien

Kriterien, die bei der Bewertung des Holzes helfen, sind unter anderem die Härte, das Gewicht, der Wasser beziehungsweise Harzgehalt, Elastizität sowie Farbe, Zeichnung und die Maserung.

  • Härte: Nach der Härte wird zwischen harten und weichen Holzarten unterschieden. Harte Hölzer sind unter anderem Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Nuss- und Kirschbaum. Dagegen sind zum Beispiel Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte und Tanne vergleichsweise weich. Aber auch Laubbäume wie bestimmte Kastanienarten oder Linden zeichnen sich durch eine hochgradige Nachgiebigkeit des Holzes aus. Die Messung der Härte von Holzarten kann durch das Verfahren nach Brinell erfolgen, bei dem ein spitzer Körper, mit einem bestimmten Gewicht auf das Holz gesetzt wird. Je nachdem wie tief der Körper in das Holz eindringt, wird der Härtegrad des Materials bestimmt.
  • Gewicht: Das Gewicht von Holzarten wird entsprechend der Norm in Gramm pro Quadratzentimeter angegeben. Hierbei gibt es verschiedene Abstufungen nach denen sehr leichte (0-0,43 Gramm), leichte (0,43-0,72 Gramm) sowie schwere (0,72-1,00 Gramm) und sehr schwere (über1 Gramm) Hölzer differenziert werden.
  • Harzgehalt: Der Harzgehalt von Hölzern hat Auswirkungen auf deren Bearbeitbar- und die Witterungsbeständigkeit. Dabei gilt, dass ein hoher Harzgehalt das Arbeiten mit dem Holz unter Umständen erschwert, da Werkzeuge und Maschinen verschmutzt werden und das Holz im Allgemeinen zäher ist. Dementgegen verbessert sich mit steigendem Harzgehalt die Resistenz des Holzes gegen Wettereinflüsse. Das Harz wirkt als natürliches Schutzmittel, das Fäulnis, Morschheit und Feuchtigkeitseinzug vorbeugt, weswegen sich sehr harzhaltige Hölzer besonders gut für Außenarbeiten eignen.
  • Elastizität: Die Elastizität gibt die Biegsamkeit des Werkstoffes an. Als Maßeinheit wird oft das sogenannte Elastizitätsmodul verwendet. Hierbei gilt je geringer der Wert ist, desto geringer ist der Widerstand, den das Material der Verbiegung entgegensetzt. Generell weist Holz eine vergleichsweise hohe Elastizität auf, weswegen es beispielsweise gerne als Baumaterial in Erdbebengebieten verwendet wird (siehe Japan).

Je nachdem wie die Charakteristika der Holzarten bei den verschiedenen Bewertungskriterien wie Härte oder Harzgehalt ausgeprägt sind, kommen die Materialien für unterschiedliche Anwendungsbereiche infrage. Die Unterscheidung von Holzarten nach bestimmten Kriterien ist dabei keineswegs eine neuzeitliche Erscheinung. So wurden beispielsweise bereits in der Antike und im Mittelalter Bögen aus elastischem Eibenholz angefertigt.