Die Sorge mit dem Kostenvoranschlag

Das Handwerk steht in der deutschen Medienlandschaft häufig im Kreuzfeuer der Kritik. Sei es nun in den Nachrichten, in Wirtschafts- oder auch in Boulevardmagazinen im Fernsehen, in Zeitungen oder Zeitschriften, immer wieder werden Handwerker im Zusammenhang mit überhöhten Rechnungen erwähnt. Auch wenn es sicherlich einige schwarze Schafe in der Branche gibt, so wird die Mehrzahl der Handwerksbetriebe zu unrecht von der Kritik getroffen und in ihrem Image geschädigt. Was viele Handwerker ärgert, ist der Mangel an Gegendarstellungen und eine unzureichende Aufklärung über die Kostenbasis, die sie zu tragen haben. Gerade eine verstärkte Berichterstattung über die Kosten, die ein unentgeltlicher Kostenvoranschlag den Handwerkern verursacht, würde den Handwerksbetrieben entgegen kommen.

Was Kunden häufig nicht sehen, und auch nicht sehen können, ist, dass viele Handwerker versunkene Kosten für Planungsarbeiten im Vorfeld von Auftragsvergaben zu tragen haben. Zumeist ist ein Handwerker, um überhaupt eine Chance auf dem Markt zu haben, darauf angewiesen, einen kostenlosen Kostenvoranschlag zu machen. Auch dieser ist mit Arbeitsaufwand verbunden. So muss ein Handwerker das Bauobjekt begutachten und viel Zeit und Energie in Gespräche mit dem Kunden investieren. Im Falle spezieller Aufträge ist zudem häufig eine Einarbeitung in die Materie nötig, um einen realistischen Kostenvoranschlag berechnen zu können.

Kostenvoranschlag: Kundenfreundlichkeit wird zu oft überstrapaziert

Vonseiten der Handwerker wird auch das Verhalten einiger Bauherren beim Einholen von Angeboten kritisiert. Problematisch wird die Situation wenn Vorleistungen in zu starkem Maße in Anspruch genommen werden. In manchen Fällen ziehen Bauherren einen Kostenvoranschlag von mehr als zehn Handwerkern ein. Wer für seine Vorleistungen einen Preis ansetzt, würde nicht selten im Vorhinein aussortiert werden, bemängeln die Handwerker wie Tischler und Schreiner.

Vertreter von Handwerksinnungen und -verbänden fordern daher gesetzliche Regelungen für den Abschluss von Verträgen und eine allgemeine Rückbesinnung von Handwerkern und ihren Kunden auf den alten Wert, dass auch ein Handschlag verbindlich ist

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