Der Tischler: Ausbildung, Beruf und Tätigkeitsfelder

26. August 2010 0 By admin

Die Entstehung des Tischler– oder Schreinerhandwerks wird auf die Epoche des Frühmittelalters um 800 n.Chr. datiert. Der Unterschied zwischen Tischlern und Schreinern liegt dabei lediglich im regionalen Sprachgebrauch. Während im Süden Deutschlands die Beizeichnung Schreiner grassiert, wird im Norden der Begriff Tischler verwendet.

Tätigkeitsbereiche des Tischlerhandwerks

Traditionell liegt die Aufgabe des Tischlers in der Bearbeitung von Holz. Das Handwerk hat sich allerdings in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt und modernisiert. Zu den klassischen Aufgabengebieten gehören die:

  • Bautischlerei → hier werden hauptsächlich Fenster, Türen und Treppen für Gebäude hergestellt und später auch verbaut.
  • Möbeltischlerei → der Tätigkeitsbereich liegt hier hauptsächlich in der Werkstatt. Der Möbeltischler baut Schränke, Tische, Stühle und ähnliche Accessoires für das Innenleben des Hauses. Aber auch die Restauration alter Möbel gehört in sein Umfeld
  • Modelltischlerei → ein immer mehr in Vergessenheit geratener Zweig. Der Modelltischler stellt Vorstufen aus Holz von Gussformen her, wie sie in Gießereien verwendet werden.


Neben diesen Feldern hat sich in den letzten Jahren der Zweig des Innenausbaus ausgebildet. Ein heute gängiges Verfahren zum Schaffen von Räumen durch Leichtbauwände: Hierbei werden Rigipsplatten mit Aluminiumprofilen verschraubt und verspachtelt. Diese Methode ist enorm zeitsparend und durch die Varianz der Platten kann nahezu jede Form erstellt werden.

Ausbildung zum Tischler

Um das Handwerk des Tischlers zu erlernen, muss eine dreijährige duale Ausbildung absolviert werden. Dabei werden in einem schulischen Berufs-Grundbildungs-Jahr die ersten Handgriffe vermittelt. Im zweiten und dritten Lehrjahr wird die Ausbildung im Betrieb vervollständigt. Das Lehrlingsgehalt beträgt 450 € im ersten und 650 € im letzten Lehrjahr. Ein Tischlergeselle verdient nach Tariflohn 2036 € brutto und kann mit einem Meisterbrief in der Tasche etwa 2700 € brutto verlangen.